Kokos fein oder grob: Welches Kokosmaterial passt zu Ihrem Substrat?

Kokosmark speichert Wasser, Kokosfasern und Kokoschips bringen Luft und Struktur. So wählen und kombinieren Sie das richtige Kokosmaterial für Ihre Kultur.

Kokos ist zu einem der wichtigsten Rohstoffe in modernen Substraten geworden, erst recht, seit Gärtnereien weniger Torf einsetzen möchten. Aber Kokos ist nicht ein einziges Produkt. Aus der Faserhülle der Kokosnuss entstehen verschiedene Fraktionen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Wer sie kennt, kann sie gezielt einsetzen.

Woher stammt Kokos?

Die Faserhülle ist die dicke, faserige Schicht zwischen der Außenschale und der harten Nuss. Nach der Ernte der Nuss bleibt diese Hülle übrig. Sie wird zu Fasern, Chips und einem feinen, schwammartigen Material verarbeitet: dem Kokosmark. Für Substrate sind vor allem das Mark (Kokos fein) sowie die Fasern und Chips (Kokos grob) von Bedeutung.

Kokos fein: der Wasserspeicher

Kokos fein, auch Kokosmark genannt, kommt in seiner Funktion dem Torf am nächsten. Das Material hat viele kleine Poren und speichert viel Wasser. Der große Vorteil gegenüber Torf: Es nimmt Wasser auch nach dem Austrocknen schnell wieder auf. Ein ausgetrockneter Topf mit viel Kokos lässt sich also leichter wieder durchfeuchten.

  • Hohe Wasserkapazität
  • Gute Wiederbenetzbarkeit
  • Stabile Struktur, die sich nur langsam zersetzt
  • pH-Wert annähernd neutral

Kokosmark ist damit die logische Basis für torfreduzierte und torffreie Mischungen, für die Anzucht und für Topfpflanzen, die gleichmäßige Feuchte brauchen.

Kokos grob: Luft und Struktur

Kokos grob besteht aus Fasern und Chips. Das Material speichert selbst wenig Wasser, sorgt aber für große Poren und damit für Luft und Drainage. Wichtiger noch: Es ist sehr strukturstabil. Wo Holzfaser nach einigen Monaten abgebaut wird und zusammensackt, behalten Kokosfasern und Kokoschips lange ihre Form.

  • Hohe Luftkapazität
  • Ausgezeichnete Strukturstabilität
  • Geringe Wasserkapazität
  • Leicht, auch in großen Mengen

Kokosfasern und Kokoschips passen gut in die Containerkultur, in Mischungen für Kübelpflanzen und in Substrate für Pflanzen, die ein luftiges, grobes Medium brauchen, etwa Orchideen und viele Aronstabgewächse.

Waschen und Puffern

Kokos enthält von Natur aus Natrium und Kalium, die aus der Wachstumsumgebung der Palme stammen. Die Austauschplätze im Material sind teilweise mit diesen Elementen belegt. Unbehandeltes Kokosmaterial kann dadurch in der Kultur Kalium und Natrium abgeben und Calcium und Magnesium festlegen, mit Mangelerscheinungen als Folge.

Für den Einsatz in Substraten wird Kokos deshalb gewaschen, um überschüssige Salze zu entfernen, und mit einer Lösung aus Calcium und Magnesium gepuffert. Nach dem Puffern sind die Austauschplätze mit Elementen belegt, die die Pflanze braucht. Das Kokosmaterial in unseren Produkten ist gewaschen und gepuffert. Beziehen Sie Kokos anderswo, fragen Sie immer nach, ob das dort ebenfalls der Fall ist, und messen Sie im Zweifel den EC-Wert.

Fein und grob kombinieren

Die Stärke von Kokos liegt in der Kombination. Indem Sie Kokosmark mit Kokosfasern und Kokoschips mischen, stellen Sie den Wasser-Luft-Haushalt ein, ohne auf andere Rohstoffe angewiesen zu sein. Als Faustregel gilt:

  • Viel fein, wenig grob für die Anzucht, kleine Töpfe und Kulturen, in denen gleichmäßige Feuchte wichtig ist.
  • Etwa gleiche Teile oder mehr grob für größere Töpfe, lange Kulturen und Freilandkulturen, bei denen mit viel Regen zu rechnen ist.
  • Überwiegend grob für Epiphyten und Pflanzen, die schnell abtrocknen müssen.

In der Praxis werden Kokosmark sowie Kokosfasern und Kokoschips häufig mit Perlit für zusätzliche Luft, Holzfaser für geringes Gewicht oder einem Anteil Torf für ein vertrautes Kulturverhalten ergänzt.

Worauf Sie bei kokosreichen Substraten achten sollten

  • Kokos ist annähernd neutral; nach einer Umstellung von Torf reagiert der pH-Wert anders auf Kalk und Gießwasser.
  • Gießen Sie vorzugsweise häufiger und dafür weniger je Gabe, vor allem bei einem hohen Anteil an Kokosfasern und Kokoschips.
  • Gepresstes Kokosmaterial in Blöcken oder Ballen müssen Sie vor Gebrauch gut auflockern und anfeuchten, damit es sein Volumen zurückgewinnt.
  • Kontrollieren Sie in den ersten Wochen den EC-Wert, vor allem, wenn Sie selbst mischen.

Kokos in unseren Mischungen

Kokosmark sowie Kokosfasern und Kokoschips sind fester Bestandteil vieler unserer torfreduzierten und torffreien Mischungen. Sie können sie einzeln beziehen, um selbst zu mischen, fertig gemischt in einem unserer Substrate oder in dem von Ihnen gewählten Verhältnis in einer Mischung nach Maß.

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